Wiederholung: Nackte Zahlen und nackte Körper – Mainstream Pornographie in Zeiten des Internets

polyphon Sendung Januar 2017

Jeder tut es, aber kaum jemand redet darüber: Pornos schauen. Pornographie gab es zwar schon immer, doch mit der Verbreitung des Internets hat sich auch die Pornographie gewandelt. Aus den Pornomagazinen und Rotlichtbezirken ist eine Multimilliardendollar-Industrie entstanden. Pornos sind heute für jeden sofort verfügbar, kostenlos, schnell und unkompliziert – und der Pornokonsum fängt immer früher an – das durchschnittliche Einstiegsalter für Jungen liegt derzeit bei 11 ½ Jahren.

Dazu werden die Darstellungen immer brutaler. Pornographische Bilder begegnen uns heute ständig im Alltag. Halbnackte Frauen bewerben alles von Autos über Parfum bis hin zu Lebensmitteln. Die Internet-Pornographie muss sich von diesen „harmlosen“ Darstellungen abheben und die Produzenten greifen zu immer gewalttätigeren, drastischeren Bildern.

Die Pornoperspektive ist dabei fast durchweg eine männliche – Frauen werden darin zu Objekten der männlichen Befriedigung degradiert.

Doch was macht das mit unserer Gesellschaft, wenn junge Männer zu gewaltverherrlichenden, herabwürdigenden Darstellungen von Frauen masturbieren? Macht es überhaupt etwas mit ihnen, oder ist das alles nur Fiktion?

Gail Dines
Gail Dines ist Professorin für Soziologie und Frauenforschung am Wheelock Collage in Boston, wo sie die Abteilung American Studies leitet. Zahlreiche ihrer Artikel über Pornographie, Medien und Gewalt erschienen in akademischen Journalen und Büchern, in Zeitungen und Zeitschriften wie Newsweek, Time, Working Woman oder der New York Times.

Sie ist Gründungsmitglied von Stop Porn Culture, einer internationalen Bewegung gegen Pornographie.

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Website von Gail Dines (in Englisch)